AM PIER VON APOLONOVKA in Essenheim

September 24th, 2009

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AM PIER VON APOLONOVKA
Dokumentarfilm von Andrei Schwartz

Do 01. Oktober 2009 um 20.00 Uhr
im Kunstforum Rheinhessen in Essenheim/Dalles
Eintritt frei

Der Betonstreifen am Hafen ist die wichtigste „Veranstaltungs-bühne“, hier kreuzen sich die Wege aller Protagonisten: Von hier springen die Kinder aus dem Viertel übermütig in den Hafen, „wie Albatrosse“ findet der Autor Andrei Schwartz. Hier trifft man Jungs wie den 14-jährigen Push, der weder Mädchen noch Piercing so cool findet wie Mopeds, die schüchterne 13-jährige Nastja, die ihrer verflossenen Liebe nachtrauert, aber auch die 80-jährige Galina, die jeden Morgen am Strand von Apolonovka schwimmen geht, ebenso der drahtige Dauerschwimmer Sergej, der auf dem Kopf eine nasse Badehose als Sonnenschutz trägt und trotz seiner 85 Jahre keinesfalls den Sex zu vernachlässigen gedenkt. Nicht zu vergessen, Berserker wie Wowa und Andrej, ein ehemaliger Häftling und ein entlassener Polizist, die jetzt gemeinsam ihrer verbotenen Arbeit als Taucher nachgehen.
Der Pier ist Refugium für vernachlässigte Teenies und die Feierabendträume ihrer Eltern, ein Platz für Verliebte und für Nachrichtentausch, für Ankunft und Abfahrt und Ankerplatz für die geschundenen Matrosen der Flotte, Ausgang und Endpunkt vieler Geschichten, von denen dieser Film einige spannende eindringlich und überzeugend erzählt.

Nach dem Film besteht, wie üblich, die Möglichkeit zum angeregten Austausch mit dem Filmemacher Andrei Schwartz.

ENDSTATION DER SEHNSÜCHTE in Essenheim

August 12th, 2009

Dokumentarfilm von Sung-Hyung Cho

Do 27. August 2009
20.00 Uhr

Weingut Wagner
Hauptstraße 30
Essenheim

Im Essenheimer Weingut Wagner findet unser Filmabend diesmal als OpenAir-Veranstaltung statt. Die Filmemacherin Sung-Hyung Cho zeigt ihren neuesten Film in Essenheim!

Nach ihrem Erfolgsfilm „Full Metal Village“ über die Heavy-Metall-Szene in der norddeutschen Provinz, stellt sie mit „Endstation der Sehnsüchte“ ihren zweiten „Heimatfilm“ vor, der dieses Mal tief in der Vergangenheit ihres Landes wurzelt: In den 1960er Jahren hatte der koreanische Diktator Chung-Hee Park Tausende junger Krankenschwestern nach Deutschland entsandt, um an Devisen für das damals noch arme Land zu kommen. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, lernten diese jungen Frauen ihr Gastland über Alte und Kranke, vor allem aber über harte Arbeit kennen.

Drei von ihnen verkrafteten den Kulturschock im Rhein-Main-Gebiet mit Verve und lieferten mit ihren deutschen Ehemännern schnell Paradebeispiele gelungener Integration. Doch die Sehnsucht nach der Heimat überdauerte, und so machten sich drei ältere Damen dreißig Jahren später auf den Weg zurück, im Gepäck nicht nur die Gatten, sondern auch deutsche Stilmöbel und deutsche Sitten wie das Kaffeetrinken am winterlichen Spätnachmittag. Sie konnten nicht ahnen, dass ihr Altersruhesitz auf der koreanischen Insel Namhae in einem putzigen deutschen Dorf zur Touristenattraktion der Festlandkoreaner werden sollte.
In „Endstation der Sehnsüchte“ entführt Sung-Hyung Cho mit viel Gespür für Humor und Situationskomik in eine Welt des gelebten Multikulturalismus mit all seinen Brüchen. Während sich im Vorgarten die koreanischen Touristen tummeln, die höflichst gebeten werden, nicht in die Blumenbeete zu treten, haben sich im Innern der Einfamilienhäuser in langen Ehejahren die kulturellen Unterschiede längst verflüchtigt. Die koreanischen Ehefrauen zeigen sich in puncto Pflichtgefühl, Akkuratesse und Disziplin „deutscher“ als ihre deutschen Männer und lassen den Gegensatz der Kulturen im täglichen Kleinkrieg der Geschlechter vergessen. In Erinnerung gerufen werden statt dessen die teilweise tragischen Schicksale dreier Frauen, die den Übergang von der alten in die neue Welt und wieder zurück mit großer Kraft und unbändigem Lebenswillen meisterten.

Nach dem Film besteht wie üblich die Möglichkeit zum angeregten Austausch mit der Filmemacherin Sung-Hyung Cho.

Der Eintritt ist wie immer frei.

Plattln in Umtata

März 24th, 2009

Essenheim – Do, 26. März 2009, 20.00 Uhr – Dokumentarfilm von Peter Heller

Drei Musiker vom Stamm der Bayern, sehr bekannt als “die Biermösl Blosn”, reisen mit Kind und Kegel nach Südafrika. Mit Alphorn, Tuba, Trompeten und 23 anderen Instrumenten begeben sie sich in ein musikalisches Abenteuer. Eine rhythmische Begegnung der Alpenpartisanen mit ihren schwarz-afrikanischen Herausforderern.

Peter Heller selbst wird an diesem Abend, für eine anschließende Diskussion, ebenfalls anwesend sein.

Eine Wegbeschreibung und weitere Infos gibt es auf der Seite des Essenheimer Kunstvereins.